Lagerhaltungskosten

Die Lagerhaltungskosten, auch kurz als Lagerkosten bezeichnet, entstehen für die Bereitstellung von Materialien aller Art in speziellen Lagerräumen oder auf Lagerplätzen. Eine Lagerhaltung wird betrieben, um kurzfristig Waren und Materialien für den Verkauf/ die Abgabe bereitstellen zu können. Es werden so Lieferverzögerungen beim Hersteller, Produzenten oder beim Transport vermieden.

Lagerhaltungskosten setzen sich zusammen aus:

Kosten der Lagerbestände:
kalkulatorische Zinsen für das im Lagerbestand gebundene Kapital, Versicherungsprämien, Lagerverluste durch Diebstahl, Schwund durch Minderlieferung oder unerkannte Fehllieferung

Kosten für das Handling der Lagerbestände:
(Betriebskosten der Transport- und Förderanlagen, Wiegen und Messen der Lagerbestände, Zubereiten, Mischen und Teilen, Bereitstellung von Proben für Materialprüfungen zur Qualitätskontrolle

Kosten für den Lagerraum selbst:
kalkulatorische Zinsen und kalkulatorische Abschreibungen auf Lagergebäude und Lagerinventar

Betriebskosten für den Lagerraum (Lagerhallen, Lagerplätze):
Strom, Gas, Wasser

Kosten der Lagerverwaltung:
Personalkosten für Lagerpersonal und Lagerverwaltung, Kosten für Lagerhaltungs-EDV (Hardware, zum Beispiel auch für Strichcode- Scanner, Software für die Lagerbestandserfassung und -verwaltung)

Bei der Lagerhaltung ist immer zu berücksichtigen, die Lagerkosten möglichst gering zu halten sind und trotzdem eine schnelle Belieferung gewährleistet werden kann. Als Alternative zur Lagerhaltung bietet sich die Just-in-time-Produktion an. Die Ware wird direkt nach der Produktion zum Versand gebracht und dem Empfänger zugestellt. Eine Lagerhaltung entfällt, die entsprechenden Kosten werden vermieden.
« Lagerhalter Lagerkontrolle »