Logistik » Spedition & Transport » Bahnfracht

Bahnfracht

Bei der Bahnfracht gibt es zahlreiche Unterscheidungsmerkmale, zum einen die Spezifizierung nach den Gütern, auf der anderen Seite die Unterscheidung nach Zugarten, wobei das eine teilweise in das andere eingreift.

Ganzzüge:

Auch Blockzüge genannt. Diese werden zur Beförderung von Massengütern zusammengestellt, wobei die Grundvoraussetzung ist, das Absender und Empfänger jeweils einen firmeneigenen Gleisanschluss besitzen. Nach Order des Absenders wird entsprechend der zu transportierenden Menge ein Zug gleichartiger Waggons zusammengestellt und zur Beladung in das Gleis des Absenders eingeschoben. Nach erfolgter Beladung wird diese der Bahn avisiert, der Zug abgeholt und dem Empfänger zur Entladung zugestellt.
Beispiele für Blockzüge können sein:
  • Transporte von den Kohlegruben zu den Kraftwerken
  • Transporte von Raffinerien zu den Tanklagern
  • Transporte von Holz zu den Papierfabriken
  • Chemietransporte zwischen den Chemiefabriken

Gemischte Ganzzüge:

Diese kommen zum tragen bei Absendern, die nicht alleine einen Ganzzug auslasten können. Dabei wird aus mehreren Teilblöcken ein kompletter Zug zusammengestellt, bei dem sich die Empfänger in der selben Region befinden.
Zum Beispiel:
Chemiewerk Gelsenkirchen versendet 5 Kesselwagen nach Bayern.
Zeche Bottrop versendet 10 Schüttgutwagen nach Baden Württemberg.
Binnenhafen Duisburg versendet 8 Langholztransporter nach Hessen.

Nach Abholung der Wagen werden diese zu einem kompletten Zug zusammengestellt, da die Destinationen in etwas auf einer Linie liegen. Nach Ablieferung der Waggons zur Entladung geht der Restzug weiter zu den nächsten Empfängern.

Gemischte Güterzüge:

Diese stellen sich zusammen aus einzelnen Waggons der verschiedensten Absender und Empfänger. Der Waggon wird nach erfolgter Beladung beim Absender abgeholt und dem nächsten Rangierbahnhof zugeführt. Hier werden Züge zusammengestellt nach Destinationen, die sich rund um den Rangierbahnhof in der Empfangsregion befinden. Hier werden die Züge wieder umgekoppelt, in der Reihenfolge der Empfänger neu zusammengehängt und der Reihe nach zur Entladung bei den Empfängern abgeliefert.

Gemischte Züge:

Hierbei handelt es sich um Personenzüge, denen Güterwaggons mitgegeben werden, oder umgekehrt. Dieses Handling ist heutzutage nur noch sehr selten und wird bei folgenden Besonderheiten schon mal angewandt:
Ein regelmäßiger Güterzug fährt in ein dünn besiedeltes Gebiet, für das sich ein kompletter Personenzug nicht lohnen würde. In diesem Fall kann man dem regelmäßigen Güterzug einen Personenwagen anhängen um die paar Leute mit zu transportieren.
Andersherum kann es sich verhalten bei einem großen, aber abgelegenen Wohngebiet, das am besten per Bahn zu erreichen ist. Um dieses Gebiet mit Gütern zu erreichen, wird schon mal einem Personenzug ein Güterwaggon mitgegeben.

Stückgutverkehr:

Der Stückgutverkehr per Bahn läuft fast genauso ab, wie der Stückgutverkehr per Straßentransport, nur das hier der Hauptlauf zwischen den GVZ nicht per LKW sondern per Bahn durchgeführt wird.





Kommentare:

Anregungen und Fragen zum Artikel?







Bitte den Spam-Schutz lösen: