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Gefahrengut im Straßengüterverkehr

Bei Transport von gefährlichen Gütern über die Straße sind etliche, zusätzliche Vorschriften zu beachten. Dieses beginnt bereits bei der Abfertigung eine Gefahrguttransportes beim Absender.

Es gibt zwei grundlegende Vorschriften im Straßengüterverkehr:

  • GGVS, Gefahrgutvorschriften Straße, gilt für den innerstaatlichen Gefahrgutverkehr in Deutschland
  • ADR, Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route, Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Dieses Übereinkommen gilt in allen EU-Mitgliedsstaaten.


Als Gefahrgut bezeichnet man Stoffe, welche aufgrund ihrer Natur beim Transport gewisse Gefahren mit sich bringen können. Aus diesem Grund müssen solche Straßenfahrzeuge entsprechend extra gekennzeichnet werden, es sind besondere, zusätzliche Beförderungspapieren mitzuführen und der Fahrer muss einen speziellen Gefahrgutführerschein mit sich führen.

Kennzeichnung der Fahrzeuge und Abfertigung:

Für die Kennzeichnung der Fahrzeuge ist der Absender verantwortlich, der Fahrer hat Überwachungsfunktion.

  • Vor Beladung hat sich der Verlader davon zu überzeugen, dass das Fahrzeug zur Übernahme des Gefahrgutes zugelassen und geeignet ist.
  • Am Fahrzeug muss jeweils vorne und hinten eine Gefahrentafel angebracht werden.
  • Am Fahrzeug sind vorne, hinten, an den Seiten und im Laderaum auf jedem Packstück mit Gefahrgut Gefahrenzettel anzubringen.
  • in den Beförderungspapieren ist die Art und Nummerierung des Gefahrstoffes einzutragen und die Bestätigung, dass dem Fahrer die schriftlichen Weisungen ausgehändigt wurden.
  • Der Absender hat die Pflicht zu prüfen, ob der Fahrer im Besitz eines gültigen Gefahrgutführerscheins ist und ob das Fahrzeug einen für den Transport ausreichenden, restlichen TÜV besitzt.
  • Nach Ablieferung des Gefahrgutes beim Empfänger hat der Fahrer die unabdingbare Pflicht, die entsprechenden Gefahrgutkennzeichnungen von deinem Fahrzeug zu entfernen. Das Fahren mit Gefahrgutkennzeichnung ohne Gefahrgut stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.


Gefahrentafel:

Die Gefahrentafel hat einen orangenen Untergrund ,einen schwarzen Rahmen und besteht aus zwei Zeilen. In der oberen Zeile befindet sich eine zwei- dreistellige Nummer, die auch ein X enthalten kann. Die Nummer sagt etwas über die Gefahr aus, die erste Nummer die Hauptgefahr, die folgende Nummer die Zusatzgefahr und X bildet in Verbindung mit Wasser gefährliche Gase. Die untere Nummer ist die so genannte Stoffnummer, anhand derer man den Stoffnamen aus den Listen der B5-Stoffe herauslesen kann.
Die Gefahrentafeln bestehen in der Regel aus Stahlblech und die Nummern sind eingestanzt, damit man nach einem Brand z.B. wenn die Farbe von der Tafel verschwunden ist, immer noch erfühlen kann, um welche Gefahr und welchen Stoff es sich handelt.

Gefahrenzettel:

Gefahrgut nach GGVS/ADR teilt sich in die Klassen 1 - 9 ein. Dementsprechend gibt es für jede Klasse einen andersfarbigen Gefahrzettel mit der Nummer und dem Symbol des Gefahrstoffes.Bei den Zetteln handelt es sich um sehr stark selbstklebende Kunststoffzettel, die sich auch selbst bei dem stärksten Unwetter nicht vom Fahrzeug ablösen können.

Gefahrstoffnummern:

  • 1 = explosiv
  • 2 = Gasförmige Stoffe
  • 3 = Entzündbare flüssige Stoffe
  • 4 = Entzündbare feste Stoffe
  • 5 = Entzündend wirkende Stoffe
  • 6 = Giftige Stoffe
  • 7 = Radioaktive Stoffe
  • 8 = Ätzende Stoffe
  • 9 = Sonstige gefährliche Stoffe


Schriftliche Weisungen (Unfallmerkblätter):

Die schriftlichen Weisungen sind für Fahrer, Ersthelfer und Feuerwehr bestimmt. Daraus geht kurz Zusammengefasst hervor, um was für einen Stoff es sich handelt und was zu unternehmen ist, um weiteren Schaden im Falle eines Unfalls oder einer Undichtigkeit zu verhindern. Seit 1990 müssen die schriftlichen Weisungen in standardisierter Form mit selbsterklärenden Piktogrammen vorliegen. Damit erübrigt sich das Erstellen einer Weisung in der Landessprache für jedes durchfahrenen Land. Die schriftliche Weisung muss in der dem Fahrer verständlichen Sprache ausgehändigt werden.
Zudem muss je eine schriftliche Weisung in einer Packtasche hinter der Gefahrentafel deponiert werden.



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