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Zollverfahren

Bei Transporten zwischen Ländern innerhalb der Europäischen Union ist keine Zollabfertigung mehr vonnöten, bei Ländern außerhalb der EU, welche am gemeinschaftlichen Versandverfahren teilnehmen, kommt es auch zu keiner Verzollung, sondern lediglich zur Versteuerung der Waren.

Gemeinschaftliches Versandverfahren:

Es wird angewandt bei Beförderungen von Waren, die aus einem Nichtgemeinschaftsland stammen und zwischen zwei Orten in der Gemeinschaft befördert werden, für Gemeinschaftswaren, bei deren Transport ein EFTA-Staat berührt wird oder bei einem Transport über einen EFTA Staat in ein Drittland und als letztes der Transport von Gemeinschaftswaren innerhalb der EU unter Berührung eine EFTA-Staates, als Beispiel ein Transport von Deutschland (EU) durch die Schweiz (EFTA) nach Frankreich (EU).
Zur Durchführung des Gemeinschaftliches Versandverfahrens ist eine Sicherheit erforderlich, welche durch die einmalige Zahlung eines festgelegten Geldbetrages erfolgen kann, durch einen Sicherheitstitel oder die Gestellung eines solventen Bürgen.

Vereinfachtes Gemeinschaftliches Versandverfahren:

Bei diesem Versandverfahren sind einige Vereinfachungen möglich:
  • Befreiung von der Sicherheitsleistung
  • Befreiung von der Beförderungsroute
  • es gibt zugelassene Absender (Ware muss nicht beim Zollamt gestellt werden)
  • es gibt zugelassene Empfänger (Ware muss nicht beim Zollamt gestellt werden)
  • Verwendung eigener Verschlüsse

Carnet-TIR-Verfahren

TIR bedeutet Transports Internationaux Routiers (Internationaler Straßentransport), diesem Verfahren gehören 68 Länder inklusiver der EU-Länder an.
Transporte für die das TIR-Verfahren angewendet wird, sind:
  • Transporte aus der EU in Nicht-EU-Staaten
  • Transporte von Nicht-EU-Staaten in die EU
  • Transit durch die EU
  • Im Verkehr zwischen nicht EU, aber TIR-Staaten
Während des Transportes sind evtl. anfallende Abgaben durch eine international gültige Bürgschaft gedeckt, so das während des Transits durch die verschiedenen Länder keine Zolltechnische Abwicklung notwendig ist. Das Fahrzeug ist durch Zollverschluss so zu sichern, das eine Beschädigung der Sicherung bei einer Kontrolle unterwegs sofort auffallen würde. Die Verschlussnummer (Nummer der Plombe) ist im Carnet-TIR (Zollbegeleitscheinheft) zu vermerken. Bei Ankunft im Bestimmungsland ist der LKW mitsamt der Ware und dem Carnet-TIR der Bestimmungszollstelle zur Verzollung zu gestellen.

Zollbegleitscheinheft (Carnt-TIR)

Das Carnet TIR wird von der "International Road Transport Union" (IRU), mit Sitz in der Schweiz oder seinen Ausgabestellen in den Mitgliedsländern ausgegeben.
Zur Erlangung eines Carnet-TIR muss der beantragende Unternehmer seine persönlich und wirtschaftliche Zuverlässigkeit nachweisen und in Höhe möglicher Zollabfertigungen eine Bankbürgschaft zu hinterlegen. Die Weitergabe des Carnet an einen anderen Unternehmer ist strikt untersagt. Bei der Ausstellung des Carnet muss sorgfältig auf eine Durchschrift für jedes durchfahrene Land geachtet werden. An der Grenzkontrollstelle wird ein Teil der Durchschrift bei den Zollbehörden abgegeben, wobei dieser Teil und der im Carnet verbleibende vom Zoll zu stempeln und zu unterschreiben sind.

Carnet-ATA Verfahren

Das ATA Verfahren wird bei temporärer (vorübergehender) Einfuhr in ein Land verwendet. Beim ATA Verfahren fallen keinerlei Abgaben an, da die Ware unverändert in ihr Ursprungsland zurücktransportiert wird.
Als Beispiel kann man hier die Messewaren bei einer Auslandmesse nennen, oder die Materialien bei Reportagen von Funk und Fernsehen.
Die Waren und Materialien müssen in der selben Menge wieder eingeführt werden, in der sie ausgeführt wurden, auch wenn es sich um Geräte handeln sollte, die eine irreparablen Schaden erlitten haben.

Veredelungsverfahren

Es handelt sich um ein Veredelungsverfahren, wenn Ware, Halbfertigware oder Rohstoffe exportiert werden, um sie dort zu veredeln und dann zum Empfänger zurückgebracht und dort Weiterverarbeitet zu werden.
Bei der aktiven Veredelung werden Waren in das Gebiet der Gemeinschaft eingebracht, dort veredelt um dann in sein Ursprungsland zurück verbracht zu werden.
Bei der Passiven Veredelung werden die Waren aus dem Gebiet der Gemeinschaft ausgeführt, in einem Drittland veredelt und dann unter Befreiung der Einfuhrabgaben wieder in die Gemeinschaft verbracht.





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