Was ist Warenwirtschaft?

Die Warenwirtschaft ist mit der Verwaltung und Planung sämtlicher Güter eines Unternehmens befasst, wobei die quantitativen, qualitativen, zeitlichen und räumlichen Komponenten einbezogen werden. Moderne Warenwirtschaft erfolgt softwaregestützt über ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning), die in stark vertriebsorientierten Firmen mit CRM-System (Customer Relationship Management) gekoppelt werden.

Zielstellung der Warenwirtschaft

Die Warenwirtschaft steuert den Materialfluss zwischen dem Unternehmen und seinen Abteilungen, Zulieferern und Kunden. Ein wesentlicher Bestandteil der Warenwirtschaft ist die Koordination der Lagerhaltung, hier sind die größten Ressourcen zu aktivieren, indem die Produktion, der Bezug von Rohstoffen und die Auslieferung von Endprodukten in Richtung Just-in-time-Produktion ausgerichtet werden.

Je zeitlich straffer der Warenumschlag erfolgt, desto weniger Lagerkapazitäten werden benötigt, was die Kosten erheblich senkt. Bei verderblichen Gütern kommen eine Qualitätskomponente und/oder die Kosten für eine Kühlhaltung (von Lebensmitteln) hinzu. Die Warenwirtschaft gehört mit ihrem Aufgabenkomplex zur Betriebswirtschaftslehre und dem Wirtschaftsingenieurswesen gleichermaßen. Warenwirtschaft sorgt für die Bereitstellung von Gütern hinsichtlich ihrer Menge, Qualität und Art zum richtigen Zeitpunkt und Preis am richtigen Ort. Jede Komponente der Warenwirtschaft birgt Einsparpotenziale, die es zu ermitteln und auszuschöpfen gilt.

Potenziale in der Warenwirtschaft

Indem die Lieferbereitschaft und der Servicegrad innerhalb der Warenwirtschaft gegen die Kosten einer Nichtverfügbarkeit abgewogen werden, ergeben sich Einsparpotenziale. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn jedes Produkt stets am Lager vorliegt, allerdings kann das teurer werden als eine Verzögerung bei der Auslieferung oder innerhalb der Produktion. Denn Lagerhaltung kostet nicht nur Platz, sondern bindet auch Kapital für bereits beschaffte, aber momentan nicht benötigte Teile.

Auch aus diesem Grund werden ERP- mit CRM-Systemen gekoppelt, um die Teile so kurzfristig wie möglich auf Kundenanforderung hin zu bestellen. Große Industriebetriebe wie Automobilhersteller streben schon seit den 1990er Jahren die Just-in-time-Produktion an, um die Lagerhaltung weitestgehend zu minimieren. In der Praxis lässt sich das allerdings nur begrenzt realisieren. Weitere Potenziale ergeben sich innerhalb der Warenwirtschaft durch die Spiegelung der Markterfordernisse über das eigene Bestandswesen. Indem ein Warenwirtschaftssystem automatisch meldet, welche Güter aktuell verstärkt bezogen werden, erspart sich das Unternehmen eine aufwendige Marktforschung, die zudem oft zu ungenauen Ergebnissen führt. Was aus dem Lager schnell und in großen Mengen umgeschlagen wird, entspricht den aktuellen Marktbedürfnissen. Das ist zwar nur eine Facette des tatsächlichen Marktgeschehens, aber eine wesentliche, die gut genutzt werden kann.

Weitere Potenziale ergeben sich durch Kostensenkungen innerhalb des Transportwesens, der Logistik und Verbrauchsermittlung, des Recyclings und der Entsorgung und der integrierten Materialwirtschaft (Minimumansatz). Dieser Ansatz zielt darauf ab, stets nur so viele Teile vorrätig zu halten, wie minimal benötigt werden, wiederum um Einkaufskosten zu senken und einem Verschleiß durch Lagerhaltung vorzubeugen. Dieser kann auch bei technischen Gütern auftreten, wenn sie beispielsweise mit Flüssigkeiten befüllt sind, die im Laufe der Zeit ihre Konsistenz verändern.

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