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Freeware und Open Source

Es gibt Warenwirtschaft-Freeware, beispielsweise das System Synpery vom Bayreuther Softwareunternehmen AvERP, die ein Linux-Konzept mit bis zu 100 Usern pro Anwendung anbietet. Die Lösung ist anpassbar und basiert auf einem Open Source System, sie funktioniert branchenübergreifend. Das Benutzerprogramm, die Datenbank, die Online-Hilfe und Administrationsprogramme sind kostenfrei in einer Vollversion erhältlich. Lizenzgebühren gibt es ebenso wenig wie sonstige Folgekosten. Der Quellcode liegt offen, Veränderungen können vom Anwender selbstständig vorgenommen werden. AvERP unterstützt natürlich die Implementierung, möglicherweise das Customizing und die Datenmigration, auch leistet die Firma umfassenden Support. Auch eine schlüsselfertige Kompletteinführung wird angeboten, sowohl durch die Synerpy GmbH selbst als auch durch 35 Partnerunternehmen.
Ein weiteres Programm ist DeltaFakt Lite von der DeltaSoft GmbH aus Nortorf. Es bietet Lagerverwaltung, Rechnungslegung, alle Fakturierungsvorgänge, Kunden- und Lieferantenverwaltung, Artikeldatenbanken, Lieferscheine und Angebote und richtet sich an Kleinbetriebe und Freelancer. Die Programmieroberfläche ist nicht unbedingt auf dem letzten Stand der Dinge, aber leicht verständlich, ein TAPI-Anrufmonitor ist ebenso an Bord wie anpassbare Steuersätze, die Standard-Korrespondenz kann über definierbare Textbausteine erledigt werden, für sämtliche Vorgänge stellt die Software anpassbare Formulare zur Verfügung. Auch das Buchungsdatum ist nachträglich änderbar. In einer Vollversion gibt es die kostenpflichtige Version DeltaFakt mit zusätzlichen Features wie Sammelrechnungen, DATEV-Export, Bestellvorschläge, Inventurmodul, POS-Schnittstelle, Seriennummern- und Chargenverwaltung. Wer zunächst die Lite-Version nutzt, kann beim Erwerb der Vollversion die schon aufgenommenen Daten nahtlos integrieren. Die Vorteile des Systems sind die kostenlose Warenwirtschaft mit allen wesentlichen Funktionen, die Textbausteine und individuellen Formulare, der integrierte TAPI-Anrufmonitor, die anpassbaren Steuersätze und die Statistikfunktionen. Dagegen spricht, dass in der kostenlosen Version wichtige Features wie die POS-Schnittstelle und die DATEV-Anbindung fehlen.

Vor- und Nachteile von Open Source Warenwirtschaft

Die Open Source Lösungen werden von vielen KMU genutzt, sie erfordern allerdings ein hohes technisches Verständnis. Im CRM-Bereich, wo sich Open Sources schon etwas eher durchgesetzt haben als bei der Warenwirtschaft, werden die führenden Lösungen wie vtiger größtenteils supportet, es hat sich ein großer Markt für die Unterstützung dieser Lösungen entwickelt. Zunächst klingt die Idee bestechend, ein Warenwirtschaftssystem kostenlos zu erhalten, in der Praxis ist die Implementierung komplex und für IT-Laien einfach nicht zu bewältigen. Umfragen aus dem Jahr 2011 haben ergeben, dass rund 30 Prozent der KMUs bei ihrer Warenwirtschaft auf Open Sources zugreifen. Inwieweit sie dabei den Support des ursprünglichen Anbieters nutzen oder doch irgendwann auf erweiterte kostenpflichtige Lösungen zugreifen, wurde bei Umfragen bislang nicht ermittelt. Es ist allerdings zu erwarten, dass in der Praxis noch ein Jahrzehnt vergeht, bis freie Warenwirtschafts-Lösungen so selbstverständlich genutzt werden wie heute ein Office-Programm. Den Unternehmen geht es auch nicht nur um die Kostenersparnis bei der Anpassung. Eine Umfrage des NEG (Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr) aus dem Jahr 2010 ergab, dass 98,4 Prozent aller Nutzer von Open Sources vor allem die Flexibilität und die Anpassungsmöglichkeiten der Software schätzten. Die Kostenvorteile fanden 89,4 Prozent sehr bedeutsam, die Unabhängigkeit von einem Hersteller war für 87,7 Prozent ausschlaggebend. 77,2 Prozent der Befragten nannten den offenliegenden Quellcode essenziell für ihre Entscheidung.





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