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Warenwirtschaftssystem? ERP?

Das reine Warenwirtschaftssystem, das es schon immer gab, hat die Waren selbst im Fokus, natürlich auch ihre Lagerhaltung und die damit verbundene Kapitalbindung. ERP (Enterprise-Resource-Planning) wird umfassender als Unternehmensressourcenplanung verstanden, es bezeichnet die Aufgabe, alle vorhandenen Ressourcen, also Waren, Kapital und Personal effizient einzusetzen, um Geschäftsprozesse zu optimieren. Im Jahr 2012 werden die beiden Begriffe vielfach synonym verwendet.

Es ist allerdings zu konstatieren, dass sich die Begrifflichkeiten auch mit der Entwicklung von entsprechenden Softwarelösungen weiterentwickelt haben. Denn Betriebsabläufe und selbst die Personalplanung in den Warenumschlag mit einzubeziehen gelingt erst mit einem softwaregestützten ERP-System. Ebenso ist zu erwarten, dass in nochmals fünf bis zehn Jahren die ERP- und CRM-Logistik miteinander verschmelzen, jedenfalls beim Vertrieb von Waren, die aufgrund höchster Differenzierung eine große Produktvielfalt aufweisen.

Beschreibung der Aufgaben von Warenwirtschaft und ERP

Die Warenwirtschaft zielt vorrangig auf den Materialfluss, man schreibt ihr explizit folgende Aufgaben zu:

  • Beschaffung, Beschaffungsmarktforschung
  • Bedarfsermittlung
  • Logistik Lagerung und innerbetrieblicher Transport
  • Produktion: Verbrauchsermittlung, Entsorgung, Recycling

Auch die Koppelung von Lagerwirtschaft und Distribution gehört zur Materialwirtschaft. Bei den erfassten Materialien handelt es sich um Stoffe und Bauteile, der Begriff der Materialwirtschaft kommt aus dem produzierenden Gewerbe beziehungsweise der Industrie.

Es wird dabei genauesten zwischen Material- und Stoffgruppen unterschieden, also:

  • Rohstoffe
  • Hilfsstoffe
  • Halbfabrikate
  • Betriebsstoffe
  • fertige Bauteile für die Montage
  • Bauteile und Endprodukte in Fertigung
  • Ersatzteile
  • Endprodukte
  • Abfall- und Verschleißstoffe
  • Kuppelprodukte
  • zwischengelagerte Produkte des reinen Handels


Allerdings wurde schon mit der Entwicklung der Warenwirtschaft festgestellt, dass die Schnittstellen zu anderen Unternehmensteilen immer vielfältiger werden und erhebliche Potenziale darin bestehen, die Datenströme bei an diesen Schnittstellen nutzbar zu machen. So ist es vorteilhaft, ein mathematisches Modell der effizienten Lagerhaltung und des raschen Umschlags mit dem Ziel der Just-in-time-Produktion mit der Kapital- und Personalplanung zu verknüpfen. Durch einen kürzeren Lagerumschlag können Lieferantenkredite oder Kontokorrents vermieden werden, was bei Großunternehmen die Kapitalkosten erheblich senkt. Auch kann weniger Personal beschäftigt werden, obgleich das nicht zwingend ist (das Gegenteil kann auch eintreten). In jedem Fall führt diese Betrachtung zur ganzheitlichen Sicht des Enterprise Resource Planning.
ERP ist komplexer angelegt und zielt von vornherein auf die Gesamtressourcenplanung. Die entsprechenden Systeme werden auf Unternehmensgrößen und -strukturen skalierbar angelegt, auch die Technologien wie Programmiersprachen, Datenbanken, unterstützte Betriebssysteme und Schichtenarchitekturen fallen sehr differenziert aus.


ERP-Systeme agieren grundsätzlich über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus, beziehen also Kunden und Lieferanten strikt mit ein. Das ist bei Warenwirtschaftssystemen nicht unbedingt selbstverständlich. Das ERP-System muss faktisch die gesamte Unternehmensstruktur inklusive aller Beziehungen nach außen abbilden können, Tochterunternehmen werden direkt mit angebunden (Mandantenfähigkeit).

Die Funktionsbereiche sind entsprechend etwas weiter gefasst, man erwartet von einem ERP-System mindestens:

  • Warenwirtschaft
  • Produktion
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Controlling,
  • Personalwirtschaft
  • Forschung und Entwicklung
  • Verkauf und Marketing - hier gibt es eine starke Schnittstelle mit CRM-Systemen




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